"DAS GRÖSSTE SPIEL DER WELT" 
Fußball und kein Ende. Auch ein Jahr nach der WM lässt uns das runde Leder noch immer nicht los. Doch dieser Film ist anders als Sönke Wortmanns "Das Wunder von Bern" oder "Deutschland. Ein Sommermärchen". In "Das größte Spiel der Welt" entführt Regisseur Gerardo Olivares die Zuschauer 88 Minuten lang in drei der entlegensten Ecken der Welt, die unterschiedlicher nicht sein können. Und doch haben die Menschen eines gemeinsam: Ihre Leidenschaft für den Fußball.
 
Auch bei den Amazonas-Indianern läuft nicht alles rund: Wie sie feststellen, haben ihre Frauen aus dem Fernsehkabel Schmuck gebastelt - aus Rache, weil ihre Männer sie nicht die "Seifenopern" sehen lassen. Doch woher soll man so kurzfristig noch Ersatz bekommen - wenn nicht stehlen?
 
Behutsam zeigt Olivares die Macken und Absonderlichkeiten des Alltags. So sammelt Talaikhan, einer der mongolischen Nomaden, gelbe Quietsche-Entchen, die keiner außer ihm berühren darf und ist im Besitz eines Kanus ohne Ruder, für dessen Transport ein eigenes Kamel zuständig ist. Der adelige Tuareg Hassan geht ohne seinen Stuhl und Schirm nicht aus dem Haus und spricht mit niemandem außer seiner Familie. Der Indianerhäuptling hingegen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Affenjagd mit Fußballkommentaren unterhaltsamer zu machen. Dass er damit sämtliche Tiere verscheucht, mindert seinen Spaß an der Sache nicht.
 
Gerardo Olivares verwebt Elemente von Dokumentar- und Spielfilm und kreiert so eine gelungene, globale Komödie über Fußballleidenschaft. Ganz nebenbei taucht der Zuschauer in die fremden Kulturen ein. Traditionen und Lebensweisen seiner Figuren zeigt Olivares ebenso wie die wunderschönen Landschaften.
 
"Das größte Spiel der Welt" ist mehr als nur ein Fußballfilm. Er zeigt, dass durch eine gemeinsame Leidenschaft die Menschen näher zusammenrücken und sogar gesellschaftliche Grenzen au0fgehoben werden können. Sehr idealistisch, aber dennoch die schöne Utopie einer besseren Welt – ab 7. Juni im Kino.
 
Von Maren Beneke, dpa
ntv.de